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Artikel vom 29.09.2014

Biogasanlagen produzieren Strom vermehrt bedarfsorientiert

Seit Anfang des Jahres 2014 stellen Betreiber von Biogasanlagen die Stromproduktion vermehrt auf eine bedarfsorientierte Fahrweise um und produzieren Strom in nachfragestarken Zeiten. Somit helfen die Biogasanlagen im virtuellen Kraftwerk Next Pool, die Schwankungen an den Strommärkten und in den Stromnetzen auszugleichen, indem sie ihre Flexibilität dem Gesamtsystem in Spitzenlastzeiten über die Lieferung von Regelenergie hinaus zur Verfügung stellen.

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Im September 2014 nehmen bereits 109 Biogasanlagen von mit einer Gesamtleistung von 43 MW an der bedarfsorientierten Stromerzeugung im Next Pool teil, der über 2.400 Anlagen der Erneuerbaren Energien vernetzt – zu Jahresbeginn waren es lediglich 20 Anlagen. Für dieses Vermarktungsmodell erhalten die Betreiber der Anlagen einen wöchentlichen Fahrplan aus der Energiehandelsabteilung von Next Kraftwerke, der anhand von aktuellen Preisprognosen für den Day-Ahead-Markt der Spotbörse EPEX eine strompreisoptimierte Anlagenschaltung umfasst. Diese Schaltung wird entweder vom Betreiber selbst durchgeführt oder über die Fernwirkeinheit Next Box veranlasst, die bereits für die Regelenergiebereitstellung an der Anlage verbaut wurde. Bei der bedarfsorientierten Fahrweise lassen sich zwei Schaltmuster unterscheiden. Während manche Anlagenbetreiber nur einen Schaltzyklus pro Tag bevorzugen und somit meist eine HT/NT-Fahrweise umsetzen, wählen andere Betreiber zwei Schaltzyklen pro Tag, um die beiden besten Preisblöcke am Day-Ahead-Markt abzufahren. Die grundsätzliche Möglichkeit zur zusätzlichen Lieferung von Regelenergie auf Geheiß der Übertragungsnetzbetreiber zur Stabilisierung der Netzfrequenz bleibt von der verstärkten bedarfsorientierten Fahrweise unberührt.

Tobias Frisch, Stromhändler bei Next Kraftwerke, erläutert die finanziellen Auswirkungen einer strompreisoptimierten Fahrweise: „Alle Anlagen im Next Pool, die strompreisinduziert produzieren, schlagen jeden Monat den Referenzmarktwert für Biogas – einfach gesprochen den durchschnittlichen Monatspreis, den Biogasanlagen in Deutschland für ihren Strom an der Strombörse erzielen. Selbst bei konservativen Schaltzyklen erreichen wir gemeinsam mit dem Betreiber bei entsprechender Fahrplantreue Mehrerlöse von bis zu 0,5 Cent pro kWh. Bei einer höheren Anzahl an Schaltzyklen und einer Platzierung der Anlagenflexibilität am Intraday-Markt ist dieser Wert noch einmal deutlich zu schlagen. Um die Kalkulierbarkeit der Einnahmen aus einer strompreisgeführten Fahrweise von Biogasanlagen zu verbessern, bieten wir Betreibern vermehrt eine Flexibilitätspauschale an. Diese orientiert sich an der uns zur Verfügung gestellten flexiblen Leistung und den anlagenindividuellen Restriktionen.“

Die verstärkte bedarfsorientierte Fahrweise von Biogasanlagen ist ein Anzeichen für ein Umdenken in der Biogasbranche. Jahrelang als Grundlastlieferant gepriesen wird heute die Flexibilität von Biogasanlagen erkannt. Auch dank der Flexibilitätsprämie, die mit dem EEG 2012 eingeführt wurde und in den letzten Monaten von Anlagenbetreibern verstärkt angenommen wurde, ist ein Zubau an flexibler Anlagenleistung im Biogasbereich festzustellen. So sind bei der Bundesnetzagentur bis Juli 2014 über 1.800 Anträge für die Flexibilitätsprämie eingegangen (Juli 2013: rund 200 Anträge).

Jan Aengenvoort, 29.09.2014

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