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Artikel vom 15.04.2008

China zieht die Smog-Notbremse

Im Hinblick auf die Olympischen Sommerspiele in Peking sorgt nicht nur der ungelöste Tibet-Konflikt für Diskussionsstoff. Auch die Frage, ob die Gesundheit von Athleten und Besuchern angesichts der dramatischen Luftverschmutzung in Chinas Kapitale gewährleistet ist, erregt weltweit die Gemüter. Weltklasse-Langstreckler Haile Gebrselassie hatte aus diesem Grund bereits seinen Startverzicht angekündigt. Nun wollen die Chinesen die Pekinger Luft durch drastische Maßnahmen reinigen und Vertrauen gewinnen.

Die offiziellen Pläne umfassen die Schließung von Stahl- und Chemiewerken vom 20. Juli bis zum 20. September, den vorübergehenden Stopp von Bauarbeiten und die Senkung der Emissionen von besonders “schmutzigen” Fabriken, darunter etwa Kohlekraftwerke, um 30 Prozent.

“Nach den Empfehlungen der Experten glauben wir diese Maßnahme ergreifen zu müssen, um die Luftreinheit von Peking sicherzustellen”, sagte Du Shaozhong, stellvertretender Direktor der Pekinger Umweltschutzbehörde. “Im Falle besonders schlechter meteorologischer Bedingungen werden wir sogar noch striktere Maßnahmen ergreifen.”

Auflagen für Fahrzeuge

Ob auch dem innerstädtischen Verkehr Restriktionen auferlegt werden, wird noch bekanntgegeben. In Insiderkreisen rechnet man damit, dass ungefähr die Hälfte der 3,3 Millionen Pekinger Fahrzeuge während der Spiele vom 8. bis 24. August vom Straßenverkehr ausgeschlossen wird.

Auch in den benachbarten Regionen soll es Auflagen geben. Über Entschädigungen will man mit den betroffenen Firmen sprechen. “Kurzfristig wird es sie etwas kosten”, sagte Du Shaozong. “Langfristig wird es ihren technologischen Fortschritt beschleunigen.”

Artikel aus "Readers Edition": http://www.readers-edition.de (Angaben zur Quelle und zum Copyright dieses Artikels hier)

Readers Edition, (S.W.), 15.04.2008

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