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Artikel vom 26.09.2014

Ontario auf der World of Energy Solutions in Stuttgart

Ontario behauptet sich in Nordamerika mit konsequenter Umweltpolitik und nimmt damit eine Vorreiterrolle ein: Aus für die Kohleverstromung, intensive Forschung und Fokus auf erneuerbare Energien. Mit dem wachsenden Anteil der Erneuerbaren sind Speichertechnologien das Top-Thema auf der Agenda. Bereits Ende 2013 bekräftigte Ontarios Regierung mit einem Gesetz den Ausstieg aus der Kohleverstromung. Ende April 2014 war es wirklich soweit: Das letzte Kohlekraftwerk Ontarios ging vom Netz, rund acht Monate früher als geplant.

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Ontario behauptet sich in Nordamerika mit konsequenter Umweltpolitik und nimmt damit eine Vorreiterrolle ein: Aus für die Kohleverstromung, intensive Forschung und Fokus auf erneuerbare Energien. Mit dem wachsenden Anteil der Erneuerbaren sind Speichertechnologien das Top-Thema auf der Agenda. Bereits Ende 2013 bekräftigte Ontarios Regierung mit einem Gesetz den Ausstieg aus der Kohleverstromung. Ende April 2014 war es wirklich soweit: Das letzte Kohlekraftwerk Ontarios ging vom Netz, rund acht Monate früher als geplant.

Der ebenfalls verabschiedete „Long-Term Energy Plan“ sieht vor, von 2025 an die Hälfte des verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energien zu generieren. Warum dann jetzt schon die intensiven Anstrengungen für einen brauchbaren Energiespeicher?

Robert Stasko, Executive Director, Energy Storage Ontario, Referent bei der „World of Energy Solutions“ in Stuttgart, kennt die Antwort: „Eine Herausforderung ist der rasche Anstieg der Strommengen aus Wind- und Solarenergie in unseren Netzen. Diese haben einen Anteil von momentan zehn Prozent, im Jahr 2020 sind es dann 20 Prozent. Wir haben auch oft einen Überschuss, weil die Strommengen schwanken. Diese Menge aber hat das Potenzial, das Netz instabil werden zu lassen. Wir haben auch einen Überschuss an Strom in der Nacht und oft müssen wir den Strom unter Selbstkosten an amerikanische Versorger verkaufen.“

Die Speicherung von überzähligem Ökostrom trägt zur Grundlastsicherung bei. Man könnte auch auf einen Teil des Netzausbaus ganz verzichten, wenn man Speichermöglichkeiten nahe der Nachfrage schafft. „Man kann sehen, dass wir nicht nur Speicher brauchen, um eine Herausforderung zu meistern, sondern gleich mehrere.“

Erste belastbare Konzepte

Ansätze für Speicher gibt es viele, aber nur eine Handvoll der Konzepte sind in der Nähe der Wirtschaftlichkeit angekommen. Zu ihnen gehört das „Flywheel“ des Unternehmens Temporal Power, eine Art kinetische Batterie. Eine rotierende Masse wird durch den Überschussstrom beschleunigt, das Drehmoment kann dann wieder zum Verstromen Energie abgeben. Das Flywheel selbst ist absolut sauber und emissionsfrei. Sein Nachteil: Über längere Leitungstrecken kommt es zu Spannungsschwankungen, die die Qualität des erzeugten Stroms beeinträchtigen.

Eine der originellsten Lösungen realisierte das Unternehmen Hydrostor, vorerst als Demonstrationsprojekt in Toronto. Dabei füllt ein Kompressor zylinderförmige Hohlkörper mit Luft. Die Zylinder liegen am Boden eines Sees. Im Bedarfsfall entlässt der Zylinder die komprimierte Luft, der Kompressor wird zur stromerzeugenden Turbine. Der Clou: Der hohe Wasserdruck auf die Zylinder wirkt sich auf die rückströmende Luft verstärkend aus. Nach Angaben des Unternehmens arbeitet die Anlage mit einem Gesamtwirkungsgrad von 70 Prozent.

Pumpspeicherwerke und Power-to-Gas (PtG)-Konzepte runden das Angebot ab. PtG speichert überschüssigen Solar- und Windstrom in Gasform als Methan oder Wasserstoff. Es ist eine der am weitesten fortgeschrittenen und kommerziellen Formen der Speicherung von Ökostrom aus den Solar- oder Windkraft-anlagen. Die dazugehörige Technik wurde nicht nur entwickelt, sondern auch gebaut. So lieferte das Unternehmen Hydrogenics mit Sitz in Toronto die Elektrolyseure für acht Pilotprojekte in Deutschland. Der nächste Schritt ist die Skalierung in den MW-Bereich. Das Unternehmen plant eine mit PEM-Elektrolyseuren ausgerüstete 40 MW Power-to-Gas-Produktion. Neben der Speicherung von elektrischem Strom hat die Energiewende in Ontario ein zweites großes Feld, in dem die Provinz eine Vorreiterrolle einnimmt. Ontario ist frühzeitig mit ersten Schritten in Richtung Smart Grid vorangegangen.

Kanada ist das erste offizielle Partnerland der „World of Energy Solutions“ 2014 in Stuttgart. Die internationale Fachmesse und Konferenz würdigt damit das langfristige Engagement der kanadischen Bundes- und Provinzregierungen für den nachhaltigen Umbau der Energiesysteme und trägt der Bedeutung des kanadischen Clean-Technology-Sektors Rechnung. Am 7. Oktober lädt das Partnerland von 17:45 Uhr an zum Kanada-Empfang mit der kanadischen Botschafterin Marie Gervais-Vidricaire ins ICS Internationale Congresscenter auf der Messe Stuttgart am Flughafen. Am Kanada-Stand sind folgende Unternehmen und Organisationen aus Ontario vor Ort: Canadian Standards (Toronto), Electrovaya (Mississauga), Energy Storage Ontario (Toronto), Hydrogenics (Mississauga), Linamar Corporation (Guelph) sowie McMaster University, Centre of Automotive Excellence (Hamilton).

Christine Froehler, 26.09.2014

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