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Artikel vom 04.12.2007

Auch im Saarland: Erneuerbare Energien statt Kohle

In Deutschland fordern inzwischen fast alle Politiker fast aller Parteien mehr Klimaschutz. Aber gleichzeitig sind - nach Berechnungen von Greenpeace - in den nächsten Jahren 24 neue Kohlekraftwerke geplant.

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Im Kohleland an der Saar haben 70 Prozent der Bürger im 5.600 Einwohner-Ort Ensdorf durch eine Volksabstimmung verhindert, dass RWE dort ein neues Steinkohlekraftwerk bauen kann. Das ist auch im Sinne des saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller, der im Wahlkampf vor sechs Jahren versprochen hatte: “Kohle hat keine Zukunft“, aber in der Zwischenzeit doch wieder auf Kohlekurs eingeschwenkt war.Die geplante 1.600 Megawatt-Anlage hätte jedes Jahr neun Millionen Tonnen des Klimakillers Kohlendioxid produziert. Die Mehrheit von CDU und Freien Wählern im Gemeinderat von Ensdorf wollte das neue Kohlkraftwerk. Nur die Bürger haben jetzt gegen RWE sowie gegen ihre Lokalpolitiker und gegen ihre Landesregierung für Klimaschutz statt Kohle gesorgt - ein gutes Zeichen von unten und ein gutes Zeichen für den Auftakt der Klimaschutzkonferenz in Bali.In Deutschland fordern inzwischen fast alle Politiker fast aller Parteien mehr Klimaschutz. Aber gleichzeitig sind - nach Berechnungen von Greenpeace - in den nächsten Jahren 24 neue Kohlekraftwerke geplant. Das ist ein Widerspruch in sich, denn jedes Kohlkraftwerk ist Gift für das Klima.Wer das Klima wirklich schützen will, muss auf Energiesparen, bessere Energieeffizienz und auf Erneuerbare Energien setzen und nicht mehr länger auf weitere Kohlekraftwerke, denn diese würden dann bis mindestens zur Mitte des Jahrhunderts laufen und Deutschland könnte seine Klimaschutzziele vergessen. Wer aber - wie die Bundeskanzlerin - in der ganzen Welt für Klimaschutz wirbt und in Bali den Vorreiter spielen will, muss zunächst selbst seine Hausaufgaben machen.

In Ensdorf siegte die Vernunft über die Kohle.

Der Widerstand von über 70 Prozent der Bürger wurde von einer örtlichen Bürgerinitiative, von Greenpeace und vom BUND organisiert. Ensdorf hat bewiesen, dass selbst eine kleine Kommune die Pläne eines mächtigen Konzerns stoppen kann, wenn sich die Bürger ihrer Macht als Demokraten bewusst werden. RWE und die übrigen großen Stromkonzerne - die sich zunehmend wie Besatzungsmächte in Deutschland aufführen - sind jetzt tief verunsichert.

Trotz Drohungen und finanzieller Versprechungen ließen sich die Mehrheit der Bürger nicht einschüchtern. Es sieht nach diesem deutlichen Votum der Bürger nicht gut aus für die Zukunft der Kohle in Deutschland. Denn in Bremen und Krefeld war schon vor Monaten der Bau neuer Kohlkraftwerke von den Stadtparlamenten gestoppt worden.

Bisher glaubten die vier Energieriesen, ihre alte Energiepolitik einfach fortsetzten zu können - sie hatten ja auch die Unterstützung von Bund und Ländern. Die SPD war Schutzpatron der Kohle und CDU/CSU sowie FDP Schirmherrn der Atomwirtschaft. Doch jetzt hat sich Bürgerwiderstand gegen den alten Energiefilz formiert.

Das Motto einer neuen Energiepolitik könnte heißen: Bürger zur Sonne, zur Freiheit. Das trifft sich sogar mit der Intention der Kanzlerin. Denn Angela Merkel hatte in ihrer Regierungserklärung gefordert: “Mehr Freiheit wagen”. Ensdorf könnte dann überall werden.

Artikel aus "Readers Edition": http://www.readers-edition.de (Angaben zur Quelle und zum Copyright dieses Artikels hier)

Franz Alt, 04.12.2007

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