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Artikel vom 27.04.2008

China braucht den Dialog mit dem Dalai Lama

Zuletzt hatte die chinesische Regierung den Dalai Lama “Bestie in Menschengestalt”, “leibhaftigen Teufel” und “Wolf in Mönchskutte” genannt. Doch jetzt kommt eine überraschende Wende in den Konflikt.

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Schlechte Voraussetzungen für einen konstruktiven Dialog mit dem buddhistischen Führer aus Tibet. Und Tibets kommunistische Provinzregierung sprach von einem “Kampf auf Leben und Tod mit der Dalai-Lama-Clique”. Zuvor hatten tibetische Demonstranten chinesische Geschäfte angezündet und chinesische Polizei hatte auf friedliche Demonstranten geschossen. Es gab Tote auf beiden Seiten. Doch jetzt kommt eine überraschende Wende in den Konflikt. Nach einem Gespräch mit EU-Kommissionspräsident Barroso gab Chinas Regierung bekannt, dass der neue Dialog schon in den nächsten Tagen mit einem Vertreter des Dalai Lama beginnen soll. Für diese Meldung war es auch höchste Zeit. Denn nur durch Gesprächsbereitschaft kann China seine Olympischen Spiele noch retten und vor der Welt sein Gesicht wahren.

Der Dalai Lama selbst und die tibetische Exilregierung reagieren positiv, aber zurückhaltend.

Verständlich. Denn in den letzten fünf Jahren gab es schon sechs Gesprächsrunden zwischen Chinas Regierung und Vertretern des Dalai Lama, doch alle sechs Runden verliefen ohne jedes konkrete Ergebnis. Und auch jetzt sucht die Pekinger Regierung noch keinen direkten Kontakt zum Dalai Lama.

Dennoch ist Pekings neue Reaktion gerade jetzt nach den aufgeheizten letzten Wochen beachtlich und ein Schritt in die richtige Richtung - ein Fortschritt und ein wenig Hoffnung für das seit Jahrzehnten gepeinigte tibetische Volk auf dem Dach der Welt.

1,3 Milliarden Chinesen sind sehr stolz darauf, im kommenden August durch die Olympischen Spiele endlich wieder einmal “Reich der Mitte” zu sein und im Spektrum der Weltöffentlichkeit stehen. Im gesamten 19. Jahrhundert war China vom westlichen Ausland kolonialistisch gedemütigt worden. Das 20. Jahrhundert war die Zeit der blutigen Revolution mit etwa 70 Millionen Toten. Doch jetzt im 21. Jahrhundert soll es mit China vor allem wirtschaftlich weiter aufwärts gehen. Dieses 21. Jahrhundert soll ein chinesisches werden so wie das letzte Jahrhundert ein amerikanisches war. Doch bei aller Olympiabegeisterung hat die Welt die Augen vor den brutalen Menschenrechtsverletzungen in Tibet nicht länger verschließen wollen. Endlich wurde Tibet zum großen Thema der Weltpolitik und wird es hoffentlich nach den Spielen auch bleiben.

100 Tage vor den Spielen ist es noch nicht zu spät für eine wirkliche Wende in Pekings tibetischen Schachzügen.

Das beste Zeichen guten Willens für eine neue, faire Politik gegenüber Tibet wäre es, wenn das Internationale Olympische Komitee den Dalai Lama als Ehrengast zu den Olympischen Spielen einladen und Chinas Regierung dem zustimmen würde. Und in Berlin sollte der deutsche Bundespräsident den Dalai Lama bei seinem nächsten Deutschlandbesuch Mitte Mai empfangen. Es wäre ein weiteres positives Signal, das jetzt in Peking beachtet werden würde und müsste.

Der Dalai Lama spricht eine menschlichere Sprache als die chinesische Regierung. Er nennt auch in diesen Wochen die Chinesen “meine Brüder und Schwestern”. Einen humaneren und verständnisvolleren Verhandlungspartner als den Dalai Lama werden die Chinesen nicht mehr finden. Sie sollten die jetzige, vielleicht letzte Chance für eine friedliche Lösung, klug nutzen. Jetzt müssen den schönen neuen Worten endlich Taten folgen.

Artikel aus "Readers Edition": http://www.readers-edition.de (Angaben zur Quelle und zum Copyright dieses Artikels hier)

Franz Alt, 27.04.2008

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