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Ölsuche verboten und Robben gerettet

Gute Nachrichten des Jahres für Ozeane und Meerestiere

Eine der seltensten Tierarten Europas kehrt zurück, Pottwale könnten bald sicher sein vor Schiffskollisionen und für die Färöer rückt ein Verbot der Wal- und Delphinjagd in greifbare Nähe. Das Jahr 2021 hat Ozeane wie Meeresbewohner enorm unter Druck gesetzt – es gibt aber auch Anlass zur Hoffnung.

DEZEMBER – Färöer: Treibjagd-Verbot in Sichtweite

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lail-alsahara.com | Bild von 2014

Der 21. Dezember markiert den Wendepunkt in der politischen Haltung gegenüber der färingischen Treibjagd. Die EU und ihre Mitgliedstaaten in der Internationalen Walfangkommission IWC (ausgenommen Dänemark) positionieren sich aktiv gegen die Jagdpraxis auf den Färöer-Inseln. Konkret fordern sie die Regierung der Färöer auf, „die antiquierte Praxis der Jagd auf Wale und Delphine unverzüglich einzustellen“. Der EU Ministerrat kritisiert explizit die Massentötung von mehr als 1400 Weißseitendelphinen auf den Färöern am 12. September 2021 als „grausam und unnötig“ und folgt damit der Haltung von EU-Kommissar Sinkevičius.


NOVEMBER – Verbot der Färöer-Treibjagden rückt näher – Plan einer Meeres-Ruhezone vor den Balearen

Die Delphinjagd auf den Färöer-Inseln hat laut Umweltministerkonferenz keine Legitimation. Ihr klarer Beschluß vom 26.11. ist ganz im Sinne des Delphin- und Walschutzes und fordert von der deutschen Bundesregierung, sich für ein Ende der Bejagung von Kleinwalen auf den zu Dänemark gehörenden Färöer-Inseln einzusetzen. Anlass des Beschlusses ist eine der größten Treibjagden, die am 12. September etwa 1.500 Weißseitendelphinen das Leben kostete. Sie führte zu intensiven medialen Reaktionen. Auch die Nord- und Ostsee Anrainerstaaten (außer Dänemark, Norwegen und Russland) votieren für ein Jagdverbot.

OceanCare legt der spanischen Regierung ein Maßnahmenpaket dazu vor, wie gefährlicher Unterwasserlärm im neuen Walschutzgebiet vor den Balearen reduziert werden kann.

SEPTEMBER Save Moby Projekt: High-Tech schützt Pottwale vor Schiffskollisionen

Die letzte Population der imposanten Meeressäuger im Hellenischen Tiefseegraben ist durch gefährliche Zusammenstöße mit Schiffen besonders bedroht. Im Save Moby Projekt von OceanCare lokalisieren solarbetriebe High-Tech-Bojen mit Unterwasser-Mikrophonen Pottwale über ihre Klicklaute – um ihre Standorte in Echtzeit an den Schiffsverkehr weiterzuleiten. Dieses System der Positionsmerkmale ist weltweit das Erste dieser Art für Pottwale. Die Pilotphase von Save Moby ist nun erfolgreich beendet. Jetzt setzt sich OceanCare bei den griechischen Behörden für eine Anwendung der Bojen in Gefahren-Hotspots für Pottwale ein – und sobald die Finanzierung gesichert ist, kann das System im westlichen Mittelmeer eingesetzt werden.

JULI Zukunft für die Mönchsrobbe – Vom Aussterben bedrohte Tierart erholt sich

Die Mittelmeer-Mönchsrobbe galt noch vor 10 Jahren als praktisch ausgestorben. Es gab nur noch etwa 100 Tiere. Schon vor 20 Jahren startete mit der Hilfe von OceanCare ein Schutzprogramm vor der Küste Mauretaniens. Die Tiere wurden gezählt, ihre Brutplätze geschützt, die Bevölkerung und Fischer sensibilisiert, auf Regierungsebene ein Schutzgebiet verlangt – und schließlich 2021 ein 6 km langer Küstenstreifen unter Schutz gestellt. Seitdem steigen die Zahlen hier wieder und die Geburtenrate der Tiere hat sich auf mittlerweile 350 Tiere verdoppelt. Zusammen mit anderen Populationen im Mittelmeer wird der Bestand heute auf ca. 700 Tiere geschätzt – und die seltene Meeressäuger-Art erholt sich endlich wieder …

MAI Spanien verbietet die Ölsuche in seinen Gewässern

Mit dem neuen Klimaschutzgesetz, das Spanien im Mai 2021 verabschiedet, stoppt nach Frankreich, Italien und Dänemark ein weiteres Land am Mittelmeer die Suche nach Erdöl und Erdgas. Diese Trendwende gibt Hoffnung. Denn auch im Mittelmeer geht der Run auf das schwarze Gold trotz Vorgaben des Pariser Klimaschutzabkommens (COP21) unvermindert weiter. OceanCare setzt sich seit 2013 in Spanien gegen die für Meerestiere so gefährliche Suche nach fossilen Brennstoffen ein. Die Öl- und Gasindustrie ist eine der größten und schlimmsten Verursacher von Unterwasserlärm.

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APRIL Schutz für Wale und Delphine in europäischen Gewässern


OceanCare veröffentlicht den Under Pressure Report. Sein Ziel ist es, das Leben der 33 in den europäischen Meeren lebenden Wal- und Delphinarten zu sichern. Der Report schildert die Situation der charismatischen Meeressäuger eingehend und zeigt zu zahlreichen Gefahren konkrete Lösungsvorschläge auf.



Außerdem werden 2021 mehr im Wasser treibende Geisternetze geborgen, in denen sich Meeressäuger und Meeresschildkröten gefährlich verfangen können. Das neue OceanCare-Programm zum Tiefseebergbau verspricht weitreichende Erkenntnisse über Unterwasserlärm. Und Frankreich, Italien, Monaco und Spanien forcieren ihren Antrag bei der Internationalen Schifffahrtsorganisation, um das westliche Mittelmeer als besonders sensible Meeresregion auszuweisen.

Quelle

oekonews.at / holler 2021

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