VGT-Aktion: bis zu 1% aller Masthühner einer Tierfabrik sterben pro Tag!

Profitgier setz sich über Gesamtzusammenhang hinweg

Unmenschlichkeit zahlt sich nicht aus

Wien : VGT zeigt Mistkübel voll toter Tiere, die an den Haltungsbedingungen gestorben sind. Tierschutzminister Stöger plant noch mehr Tiere auf den m² zu stopfen!

Ca. 70 Millionen Masthühner werden in Österreich pro Jahr geschlachtet, Tendenz steigend. In der Südsteiermark ist eine Reihe neuer, riesengroßer Hühnerfabriken in Planung, die lokale Bevölkerung protestiert. Die große Mehrheit der Masthühner lebt unter katastrophalen Bedingungen: unbeschreibliche Enge, viel zu rasches Wachstum, lebenslang im eigenen Kot, ohne Sonnenlicht oder Ausgang ins Freie. Die Konsequenz ist unfassbar: der VGT fand Mortalitätsraten in den Tierfabriken von bis zu 1% pro Tag! In einer Halle von 50.000 Tieren entspricht das dem Tod von 500 Hühnern an einem einzigen Tag allein an den schrecklichen Haltungsbedingungen. Deshalb zeigte der VGT heute am Wiener Stefansplatz einen Mistkübel einer solchen Tierfabrik voll toter Tiere der Öffentlichkeit. Am appetitlich verpackten Hühnerfleisch in den Supermärkten sind diese Zustände nicht erkennbar, die Wahrheit soll vertuscht werden.

Seit 2007 gibt es eine EU-Richtlinie zu Masthühnern, die um 30% mehr Hühner pro m² einzustallen erlaubt, als momentan nach dem österreichischen Tierschutzgesetz und seinen Verordnungen zulässig. Tierschutzminister Stöger kündigte Anfang 2014 an, er wolle den Tierschutzstandard in Österreich verschlechtern und die Obergrenze der Besatzdichte auf das EU-Maximalniveau anheben. Das würde einer Erhöhung der Mortalitätsrate allein aufgrund der intensiveren Haltung um 44% entsprechen. Millionen von Hühnern würden also zusätzlich frühzeitig sterben und im Müll landen, wenn diese Gesetzesänderung durchgeht. Tiere als Wegwerfware, Profit vor Tierleid!

VGT-Obmann Martin Balluch war heute am Stefansplatz dabei: ,,Minister Stöger jongliert mit Zahlen, hat aber wahrscheinlich noch nie eine solche Tierfabrikshalle von innen gesehen. Er soll doch einmal diesen Tieren in die Augen schauen, deren tote Körper heute am Stefansplatz der Öffentlichkeit gezeigt wurden. Wäre er dann wirklich in der Lage, Millionen zusätzlicher Tiere zum frühzeitigen Tod zu verdammen? Tierschutz darf man nicht nur als Zahlenspiel und als hemmenden Faktor für die Wirtschaft sehen. Dahinter stecken Einzelschicksale unzähliger Tiere. Ich lade Herrn Minister Stöger auch dazu ein, aus Tierfabriken gerettete Masthühner zu besuchen. Sicherlich würde er angesichts dieser Erfahrungen die Vehemenz verstehen, mit der alle tierschutzbewegten Menschen dieses Landes seine Pläne kritisieren!"

Rückfragehinweis:

DDr. Martin Balluch

martin.balluch@vgt.at


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